Baumhöhen im Obstgarten mit 100-m-Photogrammetrie-Raster erfassen

· von Adrian Vance · 4 Min. Lesezeit

Baumhöhen im Obstgarten mit 100-m-Photogrammetrie-Raster erfassen

Erfahrene Drohnenpiloten setzen in Obstplantagen gern auf ein 100-Meter-Photogrammetrie-Raster, wenn präzise und wiederholbare Baumhöhenmodelle gefragt sind. Die Drohne fliegt dabei in einem festen Gitterabstand von 100 Metern über die Anlage, schießt überlappende Luftbilder und daraus entsteht ein digitales Oberflächenmodell (DOM), das Baumhöhen auf wenige Zentimeter genau abbildet. Wie das in der Praxis abläuft, welche Technik man braucht und worauf es bei der Auswertung ankommt, steht hier Schritt für Schritt.

Warum ein 100-m-Raster?

Bei vielen professionellen Vermessungsflügen hat sich dieses Maß als praktikabler Mittelweg durchgesetzt. Drei Gründe sprechen dafür:

Für kleinere oder sehr dicht bepflanzte Parzellen kann ein engeres Raster, etwa 50 Meter, durchaus sinnvoller sein. Bei großflächigen Plantagen mit mehreren Hektar bleibt 100 Meter aber der Standard, weil Genauigkeit und Flugzeit hier am besten im Gleichgewicht stehen.

Ausrüstung und Vorbereitung

Drohne und Sensorik

Für belastbare Baumhöhendaten braucht es kein Spitzenmodell, aber ein paar Dinge sollten stimmen:

Flugplanung

Vor dem Start legen erfahrene Piloten die Route in einer Planungssoftware fest, zum Beispiel Pix4Dcapture, DJI Terra oder Litchi:

  1. Gebiet abstecken: Die Plantagengrenzen werden als Polygon definiert.
  2. Rasterabstand setzen: 100 Meter zwischen den Flugbahnen, angepasst an die Reihenausrichtung der Bäume.
  3. Flughöhe wählen: Meist 80 bis 100 Meter über Grund, abhängig von Baumhöhe und Luftraumbeschränkungen.
  4. Überlappung prüfen: Mindestens 75/65 Prozent, sonst wackelt die 3D-Rekonstruktion später.
  5. Bodenpasspunkte setzen: 4 bis 6 Ground Control Points (GCPs) zur Georeferenzierung. Auch wer RTK nutzt, sollte sie als Qualitätskontrolle nicht weglassen.

Datenaufnahme im Feld

Beim eigentlichen Flug zählen ein paar Details, die über Erfolg oder Nacharbeit entscheiden:

Von Bildern zum Baumhöhenmodell

Nach dem Flug beginnt die eigentliche Arbeit am Rechner:

  1. Photogrammetrie-Software wie Agisoft Metashape oder Pix4Dmapper verarbeitet die Bilder zu einer dichten Punktwolke.
  2. Aus dieser Punktwolke leitet man zwei Modelle ab:
  1. Die Differenz zwischen DOM und DGM ergibt das Canopy Height Model (CHM), also die tatsächliche Baumhöhe pro Pixel.
  2. In einer GIS-Software wie QGIS oder ArcGIS werden einzelne Baumkronen segmentiert und die Höhenwerte je Baum herausgezogen.

Praktischer Nutzen für den Obstbau

Was bringt das konkret auf dem Hof?

Häufige Fehlerquellen

Fazit

Ein 100-m-Photogrammetrie-Raster ist für erfahrene Drohnenpiloten eine bewährte Methode, um Baumhöhen in Obstplantagen effizient, genau und wiederholbar zu kartieren. Mit passender Ausrüstung, sorgfältiger Flugplanung und sauberer Nachbearbeitung entstehen Daten, mit denen Obstbaubetriebe Schnittmaßnahmen, Bewässerung und Ertragsprognosen tatsächlich auf Zahlen statt auf Bauchgefühl stützen können. Wer dieses Muster regelmäßig fliegt, baut sich über die Jahre eine Datengrundlage auf, die dem gesamten Plantagenmanagement zugutekommt.

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